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Vol Libre, oder von einem der Auszog an der Dune de Pyla zu fliegen...

So, nach nunmehr 8 Tagen bin ich endlich wieder in Deutschland. Endlich nicht deshalb, weil der langersehnte Urlaub nun zu Ende ist, sondern vielmehr, weil damit dann eventuell die Pannenserie abreißt, welche uns (Sabine und mich) in der einen Woche Frankreich so verfolgt hat.

 
Dabei fing das ganze so toll an...

Zuerst gedachten wir mit dem Auto nach Arcachon zu fahren. Nach genauer Studie der Strecke bin ich dann aber zu dem Ergebnis gekommen, dass uns auf jeden Fall 2500km Autofahrt (hin- und zurück) erwarten würden. Das wären bei meinem Auto schon mal 600 Euro nur an Benzin. Abnutzung der Bremsen/Reifen etc. (welche ebenfalls nicht gerade ein Schnäppchen sind bei BMW) gar nicht erst eingerechnet. Dazu kommen 2000km Autobahn durch Frankreich, also Maut und 130km/h Spitzengeschwindigkeit (sprich auch nicht wirklich Fahrspaß pur).
Daraufhin haben wir einfach mal nach einem Flug geschaut. Tatsächlich fanden wir einen Flug Düsseldorf-Paris-Bordeaux und zurück für 280 Euro plus Steuer, also 350 Euro pro Person. Der Peugeot 206 als Leihwagen kostete für die Woche 230 Euro plus 1 Tankfüllung von 50 Euro. Alles in allem also knappe 1000 Euro für ein "Rundum-Sorglos-Packet". Dachten wir....
Sportgepäck war zwar angeblich frei, aber da wir schon von Chile „gebrandmarkt“ waren haben wir trotzdem nur unsere Packsäcke vollgestopft bis auf 25kg und den Rest ins Handgepäck verfrachtet. Retter/Varios/Overalls etc können ja gleich zu Hause bleiben und viel Sachen zum Anziehen braucht man in der einen Woche auch nicht unbedingt. Das war auch eine sehr kluge Entscheidung, wie wir dann in Arcachon von einem anderen Pärchen erfuhren, die zu Ihren Gleitschirmen noch 2 Koffer dabei hatten. Diese durften für die beiden Packsäcke 240 Euro extra bezahlen. Sportgepäck ist zwar frei, aber leider stehen Gleitschirme nicht auf der Liste der Sportartikel und müssen somit bezahlt werden !
Nach einem recht stressfreien 1x Umsteigen in Paris Charles de Gaulle, wo das Gepäck durchgecheckt wurde, kamen wir mit "nur" 30min Verspätung in Bordeaux an. Leider aber nicht der Packsack von Sabine, indem aus packtechnischen Gründen (In meinem Packsack waren schon 2 Schirme und Gurtzeug) auch die meisten unserer Klamotten und die Badartikel waren.
Wie wir dann feststellen mussten, gehört das bei Air France wohl zur Tagesordnung. Außer uns waren noch mindestens 4 andere Passagiere am Reclaim-Schalter. Dafür irrten auf dem Fließband auch 2h nach der Ankunft des Flugzeuges noch ca. 5-6 Koffer herrenlos auf dem Fließband herum. Nachdem unsere Vermisstenanzeige aufgenommen wurde, bekamen wir eine (ich betone "EINE") Zahnbürste und das Versprechen, dass man sich so schnell wie möglich melden würde, wenn man wisse wo der Packsack im Moment wäre. (Ich frage mich wirklich wozu dort alles über Computer läuft, wenn man nicht in der Lage ist zumindest die Stadt herauszufinden in der sich ein bestimmtes Gepäckstück im Moment befindet).
Mit einer ziemlich geknickten Freundin (Sabine malte sich schon aus, wie sie mir die restliche Woche beim Fliegen zuschaut während ihr Schirm gerade nach Argentinien und zurück unterwegs ist) gingen wir dann zum Europcar-Schalter. Da sich unsere Gepäckabholung ja nun schon über 1h hingezogen hatte, waren wir ziemlich schockiert über das was wir dort sahen. Eine bestimmt 50m lange Schlange an Leuten, die alle von einer (ich betone mal wieder "EINER") Frau hinter dem Europcar-Schalter bedient wurden, welche sich sichtlich Mühe gab, sich nicht durch zu schnelle Bewegungen (oder gar schnelles denken) ihr nahezu makelloses Make-up durch einen Schweißtropfen zerstören zu lassen.
Nach nur weiteren 2h anstehen hatten wir endlich den Schlüssel zu unserem Auto. Einer Eingebung folgend, ging ich noch einmal an dem Reclaim-Schalter vorbei. Dort war mittlerweile wohl Schichtwechsel gewesen und die neue Frau am Computer machte sich ein wenig mehr Mühe und schaffte es dann doch herauszufinden, dass Sabines Schirm in Paris hängen geblieben war und mit dem ersten Flieger am nächsten Tag kommen würde. Damit wäre er gegen 9Uhr morgens in Bordeaux und würde dann gegen 14-15Uhr bei uns in Arcachon vorbei gebracht. Wir haben uns dann darauf geeinigt, den Schirm um 9Uhr selber abzuholen um nicht einen halben Flugtag damit zu verbringen im Hotel zu sitzen und auf den Schirm zu warten. Wie sich rausstellen sollte, war das relativ sinnlos....
Nun ja, mit einer relativ beruhigten Sabine neben mir, fuhren wir dann nach Arcachon. Zu dem Hotel welches wir gebucht hatten. Wir sind nicht die Camper vor dem Herrn, sondern bevorzugen schon ein gemütliches Bett mit Bad und WC. Aber auch das ist in Frankreich alles anders. Das Hotel war mit seinen 85 Euro pro Tag (für das Zimmer, in Frankreich kosten Zimmer und nicht Personen, also egal wie viele drin schlafen) ohne Frühstück sicher nicht gerade ein Schnäppchen, aber was besseres in Preis/Leistung haben wir nicht gefunden. Zu diesem Angebot gehörte aber auch ein privater Parkplatz, welcher für uns eigentlich ein sehr großes Entscheidungs-Kriterium gewesen ist, damit wir die Schirme einfach Abends im Auto lassen konnten und nicht immer mit ins Hotel schleppen mussten. Leider war dieser groß angekündigte private Parkplatz mehr ein Plätzchen mit ganzen 7 Stellplätzen für 45 Zimmer. Dementsprechend war die Ausbeute an Tagen in denen wir dort tatsächlich dort parken konnten.
Nachdem wir dort ausgepackt hatten, was wir denn so zum auspacken hatten (das meiste fehlte ja eh noch) und uns darum gestritten haben, wer die eine Zahnbürste als erster benutzen durfte, haben wir uns auf den Weg zur Düne gemacht. Eigentlich hatten wir uns so schön ausgemalt, dass wir so gegen 15Uhr an der Düne sein würden um das Finale des Wagas-Festivals zu erleben. Das war nun nach 20 Uhr wohl eher nicht mehr möglich. Aber egal. Wir wollten zumindest schon mal Ralfi treffen und vielleicht ein Bierchen mit ihm nehmen. An der Düne angekommen, stand aber immer noch recht schön Wind an und einige der Cracks waren noch fleißig am spielen. Es war schon beeindruckend, was die Jungs, die dort an der Düne wohnen (und natürlich auch das Festival gewonnen haben) so mit 50m Höhe alles anstellen. Bodenspirale am Strand, mit dem Stabilo im Wasser streifend und anschließender Landung im Trockenen Sand. Dabei den Schirm negativ abgerissen, so das der Schirm eine komplette 360° Negativ-Drehung macht und dabei nicht den Boden berührt, sondern gleich wieder über den Piloten kommt und dieser mit dem Schirm 3-4 große Schritte macht um dann wider abzuheben.... Einfach toll anzusehen...


Nachdem wir mit Ralfi ein wenig getrunken haben, sind wir zurück zur Stadt, und haben in einem kleinen Restaurant Pizza gegessen. Dabei bin ich wahrscheinlich das erste mal beschissen worden, nur war ich zu kaputt und erschöpft um noch was zu merken. Aber 7.50 Euro für ein 0.5l Bier ist selbst in Arcachon zu viel.
Der nächste und zum Glück letzten Schock des ersten Tages traf mich dann, als ich mich in das Doppelbett legte. Kennt ihr solche Matratzen, wo man immer in die Mitte/Mitte rollt, egal wie sehr man sich dagegen wehrt ? Diese Matratze war der Prototyp all dieser Matratzen. Prompt meldete sich mitten in der Nacht auch schon mein alter Bandscheibenvorfall wieder zurück. Daraus resultierend habe ich die restlichen Nächte dann lieber auf dem Fußboden geschlafen. Toll, da wäre meine ISO-Matte im Zelt gemütlicher gewesen. Na ja, verbuchen wir unter "Wieder was gelernt"...

Am nächsten Morgen schönstes Wetter. Sonne scheint, Himmel total blau und in Arcachon geht auch schon ein schöner Wind. Wir also schnell mal ins Cafe gegenüber uns gefrühstückt. Gefrühstückt ? Na ja, nennen wir es besser "Den Hunger beseitigt". Denn außer Croissants und Baguette mit Butter bekommt man in Frankreich kein Frühstück. Marmelade kann man noch bekommen wenn man sie extra bestellt. Und wenn man für ein Baguette 4 so kleine Marmelade Töpfchen bestellt, fragt der Kellner noch mal verwundert nach ob er sich nicht verhört habe. Es gibt in Frankreich nicht einmal Käse zum Frühstück !!! Unglaublich...
Aber was soll’s. Kaffee ist eh wichtiger als was zu essen. Also auf zur Düne. Dort angekommen scheint alles perfekt. Toller Wind... Wind... aehm Moment. Seit wann kommt an der Küste der Wind vom Land ? Tja, in Frankreich ist halt alles ein wenig anders. Hier kommt auch schon mal der Wind einen ganzen Tag lang vom Land statt vom Meer, oder auch 2, oder 3 Tage lang...
Am Ersten Tag war ja wenigstens noch recht starker Wind vom Land. Da konnte man dann mit dem Wind spielen. am zweiten und dritten Tag kam der Wind immer noch vom Land, dafür aber dann so schwach, dass man nicht mal den Schirm aufziehen konnte. Jetzt setzte langsam Frust ein....

Nutzen wir also diese 2 Tage des Sonnenbadens um eine kleine Ausschweifung zu den Leuten zu machen die wir dort näher kennen gelernt haben:

Da war natürlich zunächst Ralfi mit seiner Safari-Truppe. Alles in allem eine sehr lustige Truppe. Nur wie das meist so ist, fällt immer einer aus der Reihe. In diesem speziellen Fall war es aber wirklich ein spannender Ausreißer. Es handelte sich dabei um einen Gelegenheitspilot, der ca. 30 Flüge im Jahr hat und seine bisherigen 2 Flugjahre auf einem Philou geflogen ist. Nun wollte er sich einen 2er zulegen. Er hat sich also für die Safari von seiner Flugschule einen Skywalk Cayenne geliehen (Ich frag mich wirklich was sich der Flugschulbesitzer dabei gedacht hat. Da der Kollege vorher noch nie in der Dune war, kann man sich ungefähr ausmalen, wie der arme Schirm nach der 1 Woche ausgesehen hat). Nach 3 Tagen hat es der Kollegen dann das erste mal geschafft den Schirm wirklich aufzuziehen (zieht man die 2 Tage ab wo es nicht ging, also am 5. Tag) am 6 und letzten Tag ist er dann geflogen. Allerdings hat er beim Fliegen ständig in die Kappe geschaut und nicht auf das, was um ihn herum passiert. Und das an einer Dune, wo mindestens 50 Piloten gleichzeitig unterwegs waren. Ralf bekam fast einen Nervenzusammenbruch beim zusehen. Trotzdem ihm Ralf und auch der zweite Flugbegleiter von einem 2er Schirm ganz klar abgeraten haben, ließ er sich nicht davon abbringen einen 2er haben zu wollen. Auf meine Frage beim Abendessen, warum er unbedingt einen 2er wolle, sagte er. Zitat: "Ich habe gelesen mit einem 1er und 1-2er kann man keine Strecken fliegen und das ist mein vorrangiges Ziel das ich anstrebe". ich wäre fast vom Stuhl gefallen. Darauf sagte ich: "Gib mir einen 2-3er und Ralf einen 1er und trotzdem wird er mich beim Streckenfliegen jederzeit hinter sich lassen". Darauf seine Meinung: "Man kann das doch nicht am Piloten festmachen. Gerade wenn man nicht so gut ist, muss man doch das beste Material haben um das zu kompensieren". Das war der Punkt wo ich mein 0.5l Bier in einem Schluck kippen musste um mich zu beherrschen. Auf meine Frage hin, ob er denn keine Sorge hätte, dass es ihm den 2er mal in einer Thermik ordentlich zerlegt, meinte er nur, das würde ihm schon nicht passieren. Ich sagte, er solle mal mit dem halben Schirm in einem 5m Bart einfliegen. Dann wollte ich sehen wie er mit dem 50% Klapper weiterfliegt. Daraufhin meinte er doch allen ernstes: "So was geht gar nicht. So sind die Schirme nicht konstruiert, dass sie sich so verhalten". Er ist dann noch einen Tag länger geblieben als seine Truppe, genau wie wir. Der Cayenne musste allerdings mit der Truppe zurück und so ist er an dem Tag mit seinem Philou geflogen. Ich glaube manche Leute haben einfach nur Glück. Prompt hatte er nämlich 20m über einem Wald einen sauberen 50% Klapper. Nur, dass der Philou natürlich überhaupt nichts gemacht hat. (Deswegen glaubt er wahrscheinlich auch, dass es so was wie einen Spiralsturz nach Klapper gar nicht gibt). Mit dem Cayenne hätten wir ihn schön aus den Bäumen holen können. (Obwohl ich in dem Falle wirklich lange überlegt hätte ob ich überhaupt helfen will...)

Dann war da natürlich noch der Mike (Saturn hier im Forum). Ein alles in allem total netter Kerl mit dem man sich prima unterhalten kann. Nur seine Frisur und den dazugehörigen Ziegenbart sollte er wirklich noch mal überdenken.

Dann hatten wir noch ein Madel, welches noch nicht in Besitz eines A-Scheins war (nur L-Schein) und meinte Dünensoaring wäre ja so einfach. Nachdem sie am ersten Tag im Steilhand genau in den Baumstümpfen und Dornen abgesoffen ist, hat sie sich einen Tag später beim Einlanden verschätzt und die Kurve in den Wind nicht mehr ganz hinbekommen und ist mit Beinen voran eingeschlagen. Außer einer Sicherheits-Übernachtung im Krankenhaus und ein paar Verstauchungen und Prellungen ist aber zum Glück nichts passiert und 2 Tage später ist sie schon wieder mitgeflogen. Allerdings wohl jetzt doch mit etwas mehr Respekt. So einfach ist Dünenfliegen eben doch nicht und auch der Sand kann sehr hart sein.

Und dann war da noch mein ganz spezieller Freund. Der flog mit seinem Hochleister die ganze Zeit vor dem nur ca. 30m breiten Startplatz hin und her und scherte sich einen Dreck um andere. Ich stand mit über mir stehendem Schirm bestimmt 3min direkt an der Kante bevor ich es ausnutzen konnte, dass er sich beim zurücksoaren in meine Richtung (Ich stand ganz links in der Ecke) ein wenig zuviel Zeit nahm. Ich bin dann raus, hatte allerdings gegen den Wind noch nicht genug fahrt, was ihm die Möglichkeit gab, wieder von rechts aus vor mich zu fliegen und mich zu zwingen nach hinten links auszuweichen und wieder einzulanden. Sabine hat sich gar nicht getraut rauszufliegen, weil ihr das alles zu knapp war. Als ich in meiner Wut ihn, wie ich zugeben muss ziemlich heftig, beschimpft habe, kommt er doch abends tatsächlich zu mir und sagt "Hör mal zu: Du hast mich doch heute Mittag so beschimpft. Ich will Dir mal was sagen. Wir haben hier eine Regel. Jeder fliegt wie er mag und wenn Du Deinen Schirm bei dem Wind nicht unter Kontrolle hast, dann ist das nicht mein Problem". Ich war zu baff um darauf irgendwas zu antworten. Auch eine Art "Vol libre" auszulegen....

Aber kommen wir zurück zum eigentlichen fliegen. Ab dem 4. Tag kam dann der Wind vom Meer. am 4. Tag selber war er noch zu schwach, um von der Düne aus startend sich an der Steilküste links hocharbeiten zu können. Für diejenigen, die die Düne nicht kennen vielleicht eine kurze Erklärung (alle Werte sind sehr grob geschätzt, evtl. weiß jemand ja genauere). Die Düne erstreckt sich über ich schätze mal grob ca. 2km. schaut man von der Dune zum Meer, so ist die rechte Hälfte ein sehr flacher großer Sandhaufen, mit etwa knapp 100m an der höchsten Stelle. in der Mitte ist eine Art Einschnitt der nur ca. 40m hoch ist aber eben besagte 30m breite Startkante hat, wo es ca. 15m recht Steil nach unten geht. Links davon ist ein Wald, welcher aber in einer Steilküste aus Sand zum Meer hin endet, welche leider mit vielen Dornen, Büschen und Baumstümpfen bewachsen ist. Noch weiter hinten wird dieser Wald wieder zu einer leicht bewachsenen Dune mit Graß und ein paar Dornen. Dort gibt es an den höchsten Stellen auch noch ein paar Startplätze, wo man direkt starten kann, wenn der Wind zu schwach ist um sich von dem Einschnitt in der Mitte aus hocharbeiten zu können.

Um zu diesem Einschnitt in der Mitte der Düne zu kommen, kann man übrigens entweder an der Straße parken und dann einen ca. 500m langen Fußweg machen, oder man kann bei dem Campingplatz eine Besucherkarte für 3.35 Euro pro Person lösen und dann mit dem Wagen bis auf wenige Meter direkt an den Startplatz fahren. Das hat den großen Vorteil, dass man seine Wertsachen und Zweitequipment etc. eingeschlossen halten kann und trotzdem schnell mal dran kommt. Das klappt allerdings auch nur dann, wenn nicht der Chef selber an der Rezeption steht. Ist der Chef nämlich persönlich da, so verweigert er den Verkauf eines Besuchertickets an Deutsche mit der Begründung "Paragliding is dangerous. i cant support that". Französische Flieger dürfen natürlich trotzdem rein. Die sogar ohne zu bezahlen. "Vol libre" halt.
Aber der Chef war zum Glück auch nur 2 der 8 Tage dort.

Die letzten Tage war der Wind dann perfekt und wir sind geflogen bis wir nicht mehr konnten. Ich war durch meinen defekten Rücken (man erinnere sich an das Bett) leider etwas eingeschränkt, aber trotzdem hatten wir viel Spaß. Die große Menge an Piloten die dort gleichzeitig fliegen ist im ersten Moment etwas erschreckend, aber man kann sich eigentlich (vorausgesetzt man kommt vom Startplatz weg) immer irgendeine ruhigere Ecke suchen wo man fliegen kann. Schade ist es, dass man an der eigentlich Düne wirklich nur fliegen kann, wenn der Wind absolut grenzwertig ist, so dass man zum teilweise schon nur noch rückwärts fliegt. Da müsste der Sandhügel ein wenig steiler sein. Aber zum rauf- und runtersurfen mit dem Schirm ist es sehr gut geeignet. An der Steilküste kommt man eigentlich problemlos immer auf 200-300m hoch, wenn der Wind nur ein wenig fester geht.

Am Sonntag dann der Rückreisetag. Da der Flieger erst um 15Uhr ging haben wir in aller Ruhe ausgeschlafen, ausgiebig gefrühstückt (na ja gut Kaffee getrunken halt) und dann gepackt. Um 12Uhr mussten wir aus dem Zimmer und sind dann zum Flughafen gefahren. Dort haben wir versucht unseren Leihwagen voll zu tanken. Leider haben wir nicht mit den Franzosen gerechnet. Die arbeiten nämlich Sonntags nur sehr ungern und somit gab es keine Tankstelle an der man „normal“ tanken konnte. Es gab nur Karten-Tankstellen. Nachdem wir drei verschiedene Tankstellen mit 3 verschiedenen Kredit- und EC-Karten versucht hatten, haben wir es angesichts der bis dahin stark vorangeschrittenen Zeit aufgegeben. Keine der Tankstellen wollte eine unserer Karten akzeptieren.
Also haben wir das Auto leer abgegeben und haben unseren Flug eingecheckt. Dort dann die nächste Überraschung. Unser Rückflug geht nicht Bordeaux-Paris-Düsseldorf, sondern Bordeaux-Paris-Paris-Düsseldorf. Das war uns vorher gar nicht aufgefallen. Aber tatsächlich. Der Hinflug war ein Flug von Düsseldorf nach Paris Charles de Gaulle und von dort weiter nach Bordeaux. Der Rückflug war von Bordeaux nach Paris Orly, dann weiter von Paris Charles de Gaulle nach Düsseldorf. Wir mussten also in Paris auschecken, mit dem Shuttlebus zum anderen Flughafen und dort wieder einchecken. Nicht nur, dass uns das pro Person zusätzlich 15.50 Euro für den Bus gekostet hat, nein, es war auch so, dass man dafür gerade mal knapp 2h Zeit hatte, wobei der Bus nur alle 30min fährt und angeblich 50min braucht. Alles in allem also eine ziemlich enge Kiste. Wir also so schnell wie möglich unser Gepäck geschnappt, in den Bus und rüber nach Charles de Gaulle. Dort kamen wir immerhin noch ca. 50 min vor Abflug an. Mehr als genug Zeit möge man annehmen...
Am Checkin angekommen, wird mein Packsack eingecheckt, ich bekomme das Ticket. Dann kommt Sabine (die im übrigen schon die ganze Zeit neben mir stand) dran und der Mann am Schalter mein doch ganz locker: „Tut uns leid, aber der Flieger ist total überbucht. Ich habe keinen Platz mehr für sie“. Angesichts dieser (Entschuldigung) Dämlichkeit, mir ein Ticket auszustellen und meine Freundin stehen zu lassen, war ich ziemlich sauer, habe mich aber so gut es geht beherrscht und gefragt, wie denn nun meine Freundin nach Hause kommen solle. Daraufhin meinte der gute Mann, es ginge zwar noch 3h später eine letzte Maschine, aber auch die wäre schon komplett voll. Das würde heute wohl nichts mehr werden. Als ich ihm daraufhin sagte, dass ich dann mit meiner Freundin ins Penthouse des Hyatt einziehen und auf Kosten von Air France die Minibar plündern und die ganze Nacht Porno-Kanäle schauen würde, sagte er, er würde mal den Chef holen. Dieser kam dann 10min bevor mein Flieger ging. Ich hatte ja immer noch mein Ticket. Das war dann auch mein Trumpf. Nach langem hin und her habe ich mich mit dem Chef darauf geeinigt, dass er uns 2 Tickets für den letzten Flieger gibt, wenn ich dafür jetzt noch schnell mein Ticket abgebe, so dass noch einer der mindestens 10 Leute hinter mir (die auch noch alle in den Flieger wollten) mitfliegen konnte. Zusätzlich bekamen wir jeder einen 20Euro Gutschein für ein Abendessen im Flughafen-Restaurant und man höre und staune jeder einen Gutschein von Air-France über 375 Euro für einen Flug unserer Wahl, oder wahlweise die hälfte in Bar gültig für ein Jahr. Immerhin hat uns der ganze Ärger nun einen kostenlosen Flug fürs nächste Jahr nach Bordeaux eingebracht. Ich brauche jetzt nicht extra zu erwähnen, dass mein Packsack, welcher ja schon mit dem ersten Flieger eingecheckt wurde, nicht Düsseldorf angekommen ist, sondern erst gestern Nachmittag von Air-France zu mir in den Laden nachgeliefert wurde.

Fazit: Es war ein ereignisreicher Urlaub der sicher nicht besonders erholsam war, aber trotzdem viel Spaß gebracht hat. Eine wirkliche Alternative zu Namibia oder Chile ist die Dune de Pyla sicher nicht, dafür ist das Wetter zu unstetig, aber es ist das beste, was in kurzer Zeit erreichbar ist denke ich. Die 8 Tage Sonne haben auf unserer Haut reichlich Spuren hinterlassen. Teilweise braune, teilweise rote und Sabine sieht aus wie ein Waschbär, da sie nie die Sonnenbrille abgenommen hat Dafür habe ich wieder perfekte Fliegerbräune, sprich Kopf und Hals und beide Arme sind braun, Rest ist immer noch kalkig.... Wer Spaß daran hat mit dem Schirm im Wind zu toben, dem kann ich die Düne uneingeschränkt empfehlen. Wer lieber stundelang fliegt und sich dabei gemütlich die Gegend ansehen will, wird dort sicher nicht viel Spaß haben, zumal man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, die anderen Flieger zu beobachten um Zusammenstöße zu vermeiden.

Sponsor: Mit freundlicher Genehmigung des Autors:
Claus Boennhoff
Paragliding Reise Bericht Europa Frankreich ,Vol Libre, oder von einem der Auszog an der Dune de Pyla zu fliegen...,An der Dune du Pyla mit Blick auf den Atlantik.
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An der Dune du Pyla mit Blick auf den Atlantik.

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