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Marokko - Bonjour Chef , 1 Woche

Während meines Landeanfluges auf braune Felder im Sahara-Atlas laufen etliche Dutzend Kinder unter mir. Ich schlage einen letzten Haken, um nicht inmitten der Kinderschar landen zu müssen. Kaum auf der Erde kommt der erste Junge auf mich zugelaufen, streckt mir seine Hand entgegen und begrüsst mich atemlos mit "Bonjour Chef" !

Ort: Sidi Ifni
Dauer: 1 Woche
 
Für meine erste Landung in diesem Erdteil eine sehr ehrenhafte Begrüssung. Meine 6 Freunde stehen ca. 50 m. entfernt und halten sich die Bäuche vor Lachen. Denn alle anderen Kinder kommen jetzt und begrüssen mich auf dieselbe Weise "Bonjour Chef" "Bonjour Chef".... Hartmut, lange vor mir gelandet, hat alle Dorfkinder instruiert, dass als letzter der Gruppe der Chef fliegt. Mit dem längsten Tagesflug werde ich dann auch richtig begrüsst.



Wir sind am Col de Kerdous gestartet, leichter Gegenwind und ebenso leichte Thermik haben den Flug zu einem richtigen Spass werden lassen. Einige haben über dem vier Sterne Hotel aufgedreht. Die Berber laufen auf der Passstrasse und johlen uns zu. Das letzte mal war ich vor 10 Jahren hier. Ein steiler Startplatz musste damals her, heute starten wir direkt neben einer schmalen Teerstrasse auf einem nur mässig geneigten Platz. Damals sind wir noch direkt unterhalb der Passstrasse in einem Hang gelandet. Jetzt tragen uns die Schirme schon zu einem wesentlich besseren Landeplatz weit unterhalb neben dem besagten Dorf.

Wir sind eigentlich auf der Fahrt von Sidi Ifni nach Tafraoute. Morgens flogen wir noch am Atlantik oberhalb von Sidi Ifni. Hier haben wir auch unsere ersten Flüge in Marokko gemacht. Das Küstenpanorama ist überwältigend. Nach der Kälte Europas ist das Klima hier wie im Märchen. In der klaren Januarluft sehen wir während unsere Flüge weite Strecken der Küste. Die Brandung mit ihrer weissen Gischt bildet einen einzigartigen Kontrast zum Blau des Meeres und dem Goldgelb-rotbraun der Küstenlandschaft. Gleich am Ankunftstag aus Deutschland fliegen wir in der warmen Luft des Südens. Die Tore von Legzira liegen unter uns. In einer italienischen Wagenburg landen wir sicher nach unseren ersten Flug in Sidi Ifni.



Nach unserem Flug am Col de Kerdous kommen wir erschöpft abends in Tafraoute an. Hier ist es doch deutlich kühler als am Meer. Der nächste Tag empfängt uns mit Regen ... ein Freudenfest für die Einheimischen, für uns ein "Ruhetag" mit Fototermin an den bunten Steinen von Christo. Er hat vor langen Jahren wirklich grosse Stein bunt angemalt. Davor lassen wir unsere Schirme jetzt wieder bei Sonnenschein in die Luft steigen. Der Nachmittag gehört einer Erkundungstour auf den Gebirgsrücken vom Tete du Lion. Oben pfeift uns der Wind so um die Ohren, dass wir fast aus dem Stand in die Luft kommen - ohne Schirm versteht sich! Gut, dass die Schirme im Geländewagen von Rena, unserer Schweiz / marokkanischen Begleiterin liegen. Am nächsten Tag ist ein Flug von hier geplant, aber die Wolkenbasis "auch das gibt´s in Saharanähe" ist in der Früh noch zu niedrig, um den Aufstieg zu Fuss sinnvoll erscheinen zu lassen. So machen wir noch einen 300m Flug in der Nähe der bunten Stein. Nachmittags fahren wir dann nach einer weiteren Besichtigung eines Fluggebietes am Tiz´n Ml´ill "leider Rückenwind " weiter zum Hohen Atlas.

Hier erwartet uns vormittags auch wieder Rückenwind. Der Tizi´n Test verbindet als Pass Marrakesch mit Taroudant. Ein tolles Südwind- oder Thermikfluggebiet. Pünktlich um 12 Uhr wird es startbar. Wir starten nicht wie vor langer Zeit von der Passstrasse weg, sondern aus dem Erdgeschoss eines verfallenen Hauses. Auch das ist einmalig in unseren Fliegerkarrieren. Es folgt ein Super Flug über einige fast mittelalterliche Dörfer. Hier gelingt der Trick mit dem "Bonjour Chef" nicht, da ich diesmal als erster fliege. Trotzdem kommen wieder viele Kinder gelaufen. Heike, unser schwäbisches Paradegirl, landet 100 m. unterhalb. Den Rücktransport mit einem Pferd lehnt sie ab. Sie wäre sonst sicher zur "Chefin" aufgestiegen. Am nächsten Tag starten wir von ganz oben, ca. 2.480m in der Nähe von Antennen. Ein Idealstartplatz für alle, besonders da der Wind auch zum Rückwärtsstart langt. Wir standen hier schon im Sturm oder wir mussten den Piloten beim Start festhalten! Jetzt sind die Bedingungen erste Sahne. So auch später die Stimmung am Landeplatz. Sofort geht es nochmals nach oben. Das nächste Ziel ist in dieser Euphorie ein Streckenflug in die Ebene von Taroudant. Die Ansätze schauen auch sehr gut aus. Thermik ist reichlich vorhanden, doch nur an den Gebirgsrücken. Zur Ebene hin wird alles sehr schwach, so dass wir unseren Streckenflug einfach auf´s nächste Jahr verschieben.



Vor unseren Abflug nach München sind wir noch klamm heimlich an der Kasbah von Agadir in die Luft gegangen. Abends in Holzkirchen ist das Märchen dann ausgeträumt. Was bleibt... ist wieder eine schöne Erinnerung!

Anfahrt: Am besten Fliegen und los!

Sponsor: copyright by Klaus Schwarzer, FlyART, 2002
www.flyart.de

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