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Nationalpark Hohe Tauern - Naturerlebnis der Superlative

»Du stehst am Glocknergipfel und empfindest Demut. Demut vor der Erhabenheit des Gipfels. Die Demut des kleinen Menschen in der großartigen Bergwelt.« Mehr als 300 Mal ist Ernst Rieger schon ganz oben auf Österreichs höchstem Berg gestanden. Und jedes Mal wieder ist er fasziniert. Fasziniert von den vielen »schönen steilen Felsgraten, die in die schlanke Glockenform des Gipfels münden, von den wunderschönen Eisanstiegen« und natürlich vom Blick, der an klaren Tagen vom Watzmann im Norden bis zur Marmolada im Süden reicht.
Paragliding Artikel aus Zeitschrift ,Nationalpark Hohe Tauern - Naturerlebnis der Superlative Neue Wege

So wie dem Bergführer aus Heiligenblut geht es den Menschen seit Jahrhunderten. Im 16. Jahrhundert gaben sie dem 3798 Meter hohen steinernen Riesen seinen Namen. Ob dabei die Form einer Glocke Pate stand oder man auf den Abbau von Gold – Gold klocken – hinweisen wollte, da-rüber streiten sich die Gelehrten. Einig sind sie sich, dass die Erstbesteigung des Montblanc im Jahre 1789 auch am Großglockner alpine Ambitionen schürte. Zehn Jahre später beauftragte der Fürstbischof Franz Altgraf von Salm-Reifferscheid aus dem nahegelegenen Gurk die Heiligenbluter Zimmerleute Martin und Sepp Klotz einen Weg auf den Gipfel zu finden. Mit genagelten Schuhen, handgeschmiedeten Fußeisen, Leitern und langen Stöcken zogen sie immer und immer wieder aus, um schließlich auf dem Kleinglockner zu landen, einem etwas niedrigeren und durch eine ausgesetzte Scharte vom großen Bruder getrennten Gipfel. Ein Jahr später glückte das Unterfangen den Klotz-Brüdern mit geistigem Beistand der Pfarrer aus Dellach und Rangersdorf und zwei Wissenschaftlern. Gespannte Seile halfen ihnen, die Scharte vom Klein- zum Großglockner zu überwinden. Der Berg war bezwungen, alpine Geschichte geschrieben und der Berg zog immer neue Bewunderer an. Kaiser Franz Josef I. war darunter, der 1856 von Heiligenblut in vier Stunden zur heutigen Franz-Josefs-Höhe aufstieg um den 9,4 Kilometer langen Pasterzengletscher zu sehen. Zwei Stunden soll er dort gestanden sein und überwältigt die gewaltige Kulisse betrachtet haben, indes seine Frau, Kaiserin Sissi, zu dem Platz ritt, an dem später das Großglocknerhaus errichtet wurde. Neue Wege wurden entdeckt; der Alte-Kaiser-Weg und die Pallavicini-Rinne über einen 900 Meter langen Eiskanal an der Nordflanke. Von allen Richtungen wurden im Lauf der Jahre Anstiege erschlossen. Und gibt es für Ernst Rieger einen Favoriten: »Der schönste Weg auf den Großglockner ist der historische«, versichert der Bergführer. Von Heiligenblut über das Leitertal auf die Erzherzog-Johann-Hütte, die 1880 genau an der Grenze zwischen Kärnten und Tirol erbaut wurde, bis heute Österreichs höchstgelegene Schutzhütte ist und noch immer als zentraler Stützpunkt für Gipfelbesteigungen gilt. Von hier führt der Weg über den Kleinglockner und über steile, schmale Felsen über die Scharte zum Großglockner. »Ein landschaftlich ausgesprochen reizvoller Weg, auf dem man mit ein bisschen Geduld auch Murmeltiere, Steinböcke und riesengroße Edelweiß zu Gesicht bekommt.«

Der Großglockner

Mit 1800 qkm ist er der größte Nationalpark Mitteleuropas. 373 qkm davon liegen in Kärnten und dazu gehört nicht nur der alles überragende Gipfel, der wegen seines dunklen Gesteins auch schwarzer Berg genannt wird. Ewiges Eis, tosende Wasserfälle, zahllose Bergseen und viel unberührte Natur.

Pflanzen und Tiere, die anderswo bereits ausgestorben oder rar geworden sind wie Steinadler und Bartgeier, Steinböcke und Gämsen, Murmeltiere und Schneemäuse haben hier ihren Lebensraum. Es gibt eine Dünenlandschaft, wie sie eigentlich für Tibet oder die Arktis typisch ist. Aber die Hohen Tauern sind nicht nur wilde, ungezähmte Natur. Was sie ausmacht ist die enge Verbindung mit uraltem Kulturraum. Holzzäune, Klaubsteinmauern, Marterl und Wegkreuze prägen ebenso das Landschaftsbild, wie denkmalgeschützte Bauernhöfe und Freilichtmuseen, die Gästen ein authentisches Bild vom Leben in den Bergen vermitteln.

Und nicht zu vergessen, die bäuerlichen Produkte, die seit Jahrhunderten hier entstanden und noch heute den optischen Genuss kulinarisch abrunden und eine hervorragende Unterlage sind, um die Gegend sportlich zu erkunden. Bergsteigen und Wandern auf den Spuren der Goldgräber, mit fachkundiger Leitung die Kulturwanderwege der Umgebung erkunden oder beim Raften, Canyoning und Klettern ein wenig das Adrenalin prickeln lassen. Wie überall gibt sich Kärnten auch hier familienfreundlich.

Doch im Maltatal gibt es etwas ganz besonderes: Europas erstes Babytal mit einer Windelwandermeile auf der eines ganz sicher herzlich willkommen ist: Familien mit Kindern. Ob mit oder ohne Nachwuchs, die bequemste Art, den Nationalpark Hohe Tauern zu erleben, ist freilich die Großglockner Hochalpenstraße. 1935 eröffnet, führt die 20 Kilometer lange Fahrbahn zwischen Mai und November auf tausend Höhenmetern durch unterschiedlichste Klima- und Vegetationszonen. Den Weg säumen Museen, in denen die Wunder der Natur spannend und verständlich erklärt werden.

Information

Paragliding Artikel aus Zeitschrift ,Nationalpark Hohe Tauern - Naturerlebnis der Superlative TW-Empfehlung:
Von familienfreundlichen Wanderungen bis zu bergsteigerischen Herausforderungen ist alles geboten.

Kondition:
Für die Besteigung des Großglockners ist gute Kondition und alpine Erfahrung erforderlich. Die Begleitung eines erfahrenen Bergführers wird empfohlen.

Anreise:
Über die Großglockner-Hochalpenstraße bis Heiligenblut

Reisezeit:
Von Mai bis September, wobei für größere Touren der gewitterärmere Spätsommer und Herbst sicherer sind.

Insider-Tipp:
Saumpferdwanderungen auf den alten Handelswegen.

Karten:
Großglockner, Wander- und Freizeitkarte Nr. 122, freytag & berndt

Literatur:
Dietrich Höllhuber, Wandern im Nationalpark Hohe Tauern Ost, DuMont aktiv

Auskunft:
Region Großglockner
A-9844 Heiligenblut
Tel.: 0043/4824/200121
Fax: 200143
e-mail: glockner@netway.at
Internet: www.heiligenblut.at

Sportregion Mölltal
A-9822 Mallnitz
Tel.: 0043/4784/290
Fax: 635
e-mail: info@moelltal.at
Internet: www.moelltal.at

Tourismusverband Lieser- und Maltatal
Hauptplatz 20
A-9853 Gmünd
Tel.: 0043/4732/2222
Fax: 3978
e-mail: info@familiental.com
Internet: www.familiental.com

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